Ich muss zugeben – Dreckwetter macht mir Spaß. Auch wenn ich im horizontalen Schneesturm oder bei der nicht enden wollenden Flussdurchquerung im 4 °C kalten Gletscherwasser schon des Öfteren meine Lebensentscheidungen hinterfragt habe. Einen der eher spaßigen Momente gab es auf der letzten Sarek-Expedition: Wir hatten einige Tage Regen, unter 5 °C – und wirklich kalte Füße. Lena sagte irgendwann beiläufig, dass sie ihre Zehen seit drei Tagen nicht mehr spüre. Da gingen bei mir natürlich die Erfrierungs-Alarmglocken an. Sobald wir im Zelt saßen, stürzte ich mich also auf ihre Zehen und versuchte, sie mit meinen (ebenso kalten) Händen zu wärmen. Lena schaute mich gerührt an und sagte: „Das ist zwar furchtbar lieb, bringt aber überhaupt nichts.“ Also ging ich dazu über, die blauen Zehen anzuhauchen. Lena warnte mich schnell: „Achtung, geh nicht zu nah ran, die stinken!“, worauf ich nur antwortete: „Ich bin erkältet, ich riech eh nix!“. Wir lachten beiden ganz laut und die Kälte war vergessen. Und so macht man kalte Füße und eine Erkältung zu einer Win-win-Situation!