Nachhaltigkeit
Uns ist bewusst, dass viele unserer Reiseziele nur per Flug erreichbar sind. Die damit verbundenen Emissionen sind ein berechtigter Kritikpunkt. Ökologische Nachhaltigkeit verstehen wir daher vor allem als verantwortungsvollen Umgang mit Natur und Ressourcen vor Ort. Dazu zählt beispielsweise die „leave-no-trace“ Policy in der Natur. Unten dazu mehr.
Wir engagieren uns für die Gemeinschaften vor Ort, indem wir lokale Initiativen unterstützen und eng mit Akteur:innen aus der Region zusammenarbeiten. Ebenso wichtig ist uns die Vorbereitung unserer Teilnehmenden auf kulturelle Kontexte und Unterschiede. Kultur ist für uns kein Konsumgut, sondern Ausdruck gelebter Identität, der Respekt und Sensibilität erfordert.
Wir stärken die lokale Wirtschaft durch die konsequente Einbindung regionaler Dienstleisterinnen und Dienstleister. Dabei setzen wir auf langfristige Partnerschaften und planbare Zusammenarbeit. Bewusster Tourismus entsteht aus Verlässlichkeit und Kontinuität, nicht aus kurzfristiger Gewinnmaximierung.
Wir streben danach, nicht nur die Welt zu entdecken, sondern auch positiv zu beeinflussen, indem wir uns gezielt mit gegenwärtigen Herausforderungen der bereisten Destinationen auseinandersetzen und daraufhin Expeditionsziele definieren. Diese sollen einen Mehrwert schaffen und auch für unsere Teilnehmer*innen bereichernde Erfahrungen ermöglichen.
Unser Beitrag
Ökologische Nachhaltigkeit
Im Umgang mit Ressourcen jeglicher Art ist Sparsamkeit und Nicht-Verschwenderisches Verhalten unsere Devise. In folgenden Bereichen setzten wir diese Grundgedanken um:
Essen
Die Verpflegung wird meist lokal eingekauft und überwiegend vegetarisch/vegan angerichtet. In intensiver Planung stellen wir den Essensplan für jede Tour selbst zusammen und passen ihn bestmöglich an das Zielland und die jeweilige Tour an. Um Lebensmittelabfälle und Verpackungsmüll zu vermeiden kaufen wir in möglichst großen, aber exakt geplanten Mengen ein. Verpackungsmaterial der Essenspakete der einzelnen Touren werden wiederverwendet, wenn dadurch die Qualität und der Schutz der Lebensmittel nicht beeinträchtigt wird.
Wasser
Wasservoräte werden lokal aufgefüllt, gefiltert oder abgekocht und in wiederbefüllbaren Flaschen aufbewahrt. Wasserverschwendung wird vermieden, indem beim Duschen, Zähneputzen etc. Wasser gespart wird. Auf Tour ist diese Problematik anders aufgebaut, hier wird nicht nach Wasserverschwendung sondern nach Verschmutzung kategorisiert. Verschmutzung durch Seifen, Spülmittel etc. sind zu vermeiden und eine biologisch abbaubarere Reinigung wird angestrebt.
Energie
Beim Kochen gilt es Gas einsparen, in sonstigen Fällen Energie und Strom (Handys auf Tour sind eh am besten aus, wenn es kein Notfall ist). Wir empfehlen Medienfasten, wiederaufladbare Batterien oder Geräte und wenn möglich Solarzellen als Ladeoption.
Transport
Mobilität ist einer der zentralen Hebel ökologischer Nachhaltigkeit und zugleich einer der Bereiche, in dem wir unsere eigenen Grenzen klar benennen müssen. Unsere Reisen beinhalten häufig Fernflüge sowie längere Fahrten innerhalb der Zielländer. Die dadurch entstehenden Emissionen stehen im Widerspruch zu einem umfassend nachhaltigen Anspruch. Wo es möglich ist, nutzen wir öffentliche Verkehrsmittel, organisieren Fahrgemeinschaften und gestalten Aufenthalte so, dass mehr Zeit vor Ort verbracht wird, anstatt mehrere kurze Reisen zu unternehmen. Diese Maßnahmen reduzieren Emissionen punktuell, verändern jedoch nicht die grundsätzliche Tatsache, dass Expeditionsreisen mit relevanten Transportemissionen verbunden sind. Wir betrachten diesen Zielkonflikt nicht als aufgelöst, sondern als Verantwortung, die wir transparent benennen und in zukünftigen Planungen kontinuierlich kritisch hinterfragen. Kompensationsmaßnahmen bieten eine Möglichkeit, die durch Reisen entstehenden Emissionen rechnerisch auszugleichen. Wir nutzen solche Modelle aktuell nicht aktiv, da wir verfügbare Mittel gezielt in eigene Projekte und Initiativen vor Ort investieren, bei denen wir Wirkung und Umsetzung direkt nachvollziehen können. Gleichzeitig erkennen wir an, dass freiwillige Kompensation für Einzelpersonen eine sinnvolle Ergänzung darstellen kann. Teilnehmende, die ihre Reiseemissionen eigenständig ausgleichen möchten, können entsprechende Angebote externer Anbieter in Anspruch nehmen, beispielsweise Programme der Universität für Bodenkultur Wien oder vergleichbarer Institutionen.
Shopartikel
Unsere Shopartikel planen wir mit größter Rücksicht auf Ressourcen, Materialien und Verfügbarkeit. Unsere Bekleidung besteht aus recycelten Materialien und wird in lokalem Siebdruck auf Anfrage bedruckt. So bedrucken wir tatsächlich nur, was wir wirklich brauchen und vermeiden Verschwendung.
Bekleidung/Material
Die Pflege des Tourenmaterials ist A und O für dessen Haltbarkeit. Es empfiehlt sich ein Reparaturset immer mit dabei zu haben, um Material reparieren zu können und die Weiterverwendung zu sichern. Secondhand-Käufe bieten sich auch bei Outdoor-Equipment und -Kleidung an, um die Lebensdauer zu verlängern und Neukauf zu vermeiden. Bei Neukauf sollte auf nachhaltigere und transparente Marken zurückgegriffen werden.
Abfall
Das oberste Gebot in der Natur: leave no trace. Müll wird mitgenommen und dementsprechende korrekt entsorgt (Tampons, Batterien, Plastik aber auch Bananenschalen o.ä.). Die vorausschauende Vermeidung von nicht abbaubaren Materialien, dafür die Nutzung wiederverwertbarer Verpackungen wählen. Auch Einweg-Produkte können meist mehrfach verwendet werden, wenn die Anwendung gesundheitlich vertretbar ist. Auch Abfall, den man findet, einfach mitnehmen und entsorgen – auch wenn es nicht der eigene ist. Die Verantwortung für die Gruppe und das Handeln anderer ist ein gemeinsames Problem.
Sensible Ökosysteme und Schutzzonen vermeiden
Wir wollen dankbar und demütig sein, in sensiblen Ökosystemen unterwegs sein zu dürfen. Das Bewusstsein, dass wir nur Gäste sind ist von oberster Bedeutung. Wir passen uns den Gegebenheiten an und respektieren die Flora und Fauna vor Ort.
Um Flora und Fauna zu schützen bleiben wir auf Wegen und Pfaden wenn möglich, ansonsten in den Spuren der Personen vor uns. Die Devise ist es, möglichst wenig Veränderungen in der Natur zu bewirken (z.B. Steine/ Totholz unnötig bewegen oder Blumenpflücken). Feuer wird nicht mit lebendem Holz und nur unter verantwortlichen Umständen gemacht (wenn nicht eine lebensbedrohliche Situation vorliegt oder Waldbrandgefahr besteht). Dazu zählt auch die Vermeidung von Lärm und impulsiven Handlungen die Wildtiere verschrecken.
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Soziale Nachhaltigkeit
Verantwortungsbewusstes Reisen in geopolitisch herausfordernden Regionen
Wir sind uns der Herausforderungen bewusst, die geopolitisch schwierige Destinationen mitbringen, insbesondere in Regionen, die von Krieg, Gewalt, Korruption und Unterdrückung betroffen sind. Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst, sorgfältig abzuwägen, ob und wie wir in solchen Gebieten operieren. Uns ist wichtig, ein Bewusstsein für die komplexen Realitäten dieser Regionen zu schaffen und dabei ethische Überlegungen in den Vordergrund zu stellen. Wir bemühen uns, informierte Entscheidungen zu treffen, die die Sicherheit unserer Reisenden gewährleisten und gleichzeitig die Menschen vor Ort respektieren und unterstützen.
Rassismuskritisches Reisen
Bei ExpeditionXplore engagieren wir uns für nachhaltiges und verantwortungsbewusstes Reisen, auch in Regionen des globalen Südens. Unser Ansatz ist es, Reisen anzubieten, die nicht nur die Umwelt schonen, sondern auch kulturell sensibel und respektvoll gegenüber den lokalen Gemeinschaften sind.
Unser Ziel ist es, einen Mehrwert für die lokalen Gemeinschaften zu schaffen, ohne dabei eine überhebliche Haltung einzunehmen. Wir verstehen, dass nachhaltige Entwicklung und sozialer Fortschritt am besten von den Menschen vor Ort bestimmt und umgesetzt werden. Daher arbeiten wir eng mit lokalen Partnern zusammen, um sicherzustellen, dass unsere Aktivitäten und Angebote die Bedürfnisse und Wünsche der lokalen Bevölkerung widerspiegeln und unterstützen.
Wir sind uns der kolonialen Vergangenheit und der gegenwärtigen globalen Ungleichheiten bewusst. Deshalb möchten wir eine rassismuskritische Perspektive einnehmen und stereotype Darstellungen oder vereinfachende Annahmen über die Länder und Kulturen, die wir besuchen vermeiden. Unsere Reisen sind darauf ausgelegt, ein tieferes Verständnis und eine größere Wertschätzung für die Vielfalt und Komplexität der Welt zu fördern. Gleichzeitig ist die Reflexion über eigene Privilegien und Vorurteile von entscheidender Bedeutung.
ExpeditionXplore setzt sich dafür ein, Reisen als eine Möglichkeit des Austauschs und des gegenseitigen Lernens zu gestalten. Wir ermutigen unsere Reisenden, offen und respektvoll in den Dialog mit den Menschen vor Ort zu treten, um von ihren Erfahrungen, ihrem Wissen und ihrer Lebensweise zu lernen. Wir sind überzeugt, dass Reisen die Kraft hat, Horizonte zu erweitern und Brücken zwischen verschiedenen Kulturen zu bauen.
Bei ExpeditionXplore erkennen wir an, dass viele von uns mit einer rassistischen Ideologie aufgewachsen sind. Trotz unserer Bemühungen, uns damit auseinanderzusetzen, können wir unbeabsichtigt Rassismus reproduzieren. Wir entschuldigen uns aufrichtig für jegliche Form der Diskriminierung, die durch unsere Handlungen verursacht worden sein könnte. Wir sind offen für Kritik und Verbesserungsvorschläge in dieser Hinsicht und verpflichten uns, kontinuierlich zu lernen und unser Verhalten anzupassen, um eine inklusive und respektvolle Umgebung für alle zu schaffen.
Ökonomische Nachhaltigkeit
Die lokale Wirtschaft stärken
Wir bemühen uns stets um aktive Unterstützung der lokalen Wirtschaft durch Bevorzugung kleiner, lokaler Betriebe für Dienstleistungen und Produkte. Gemeinsam mit unseren Partnerschaften vor Ort liegt unser Fokus dann auf lokalem Essen und Unterkünften, der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel oder privater Transportunternehmen vor Ort. Wenn uns keiner unserer lokalen Partner*innen auf unsere Tour begleiten kann, engagieren wir stattdessen lokale Guides. Das stärkt nicht nur die lokale Wirtschaft, sondern liefert gestärkten Kulturenaustausch und resultiert meist in unglaublichen Insidertipps auf Tour.
Faire Entlohnung fördern
Dieser Punkt beinhaltet die Sicherstellung fairer Löhne und Arbeitsbedingungen für alle Mitarbeiter*innen von den Partnerschaften und lokalen Guides, einschließlich unserem Team.
Aufbau von Langzeitpartnerschaften
Entwicklung und Pflege nachhaltiger Beziehungen zu lokalen Anbieter*innen und Gemeinschaften, sowie ein stetiger Austausch und gegenseitige Unterstützung in diesen.
Nachhaltige Reiseprodukte und Dienstleistungen: Ausarbeitung unserer Expeditionsziele als Angebote neuer Reisen und nachhaltige Produkte, die nachhaltige Praktiken unterstützen und fördern.
Transparenz in der Finanzführung
Offene und transparente Darstellung finanzieller Angelegenheiten, um Nachhaltigkeit und Vertrauen zu fördern.
Reinvestition in nachhaltige Projekte
Wiedereinsatz von Gewinnen in Projekte und Initiativen, die Nachhaltigkeit unterstützen.
Investition in Bildung
Fokus auf die Aus- und Weiterbildung vom Team in nachhaltigen Praktiken und Methoden, sowie auf Touren an Teilnehmer*innen.