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Heute mit Fabienne

Auf meiner Reise durch das Unternehmen möchte ich euch heute Fabienne vorstellen. Als Gründungsmitglied und Geschäftsführerin ist sie unter anderem in den Bereichen Marketing, Finanzen, Tourenplanung und Expeditionsleitung bei ExpeditionXplore mitverantwortlich. In ihrer Freizeit ist sie sportlich aktiv, liebt Snowboarden, Wandern, Klettern und Yoga. Außerdem ist sie kreativ und engagiert sich leidenschaftlich bei der Caritas, indem sie ältere Menschen beim Spazierengehen begleitet, um soziale Interaktion und Generationenaustausch zu fördern. Bleibt dran und erfahrt mehr im Q&A mit Fabienne.

Hallo Fabienne, wie kam es dazu, dass du Teil des Gründungsteams und Geschäftsführerin von ExpeditionXplore bist und was sind deine Aufgaben?

 

Ursprünglich komme ich aus Hamburg. Allerdings hat es mich frühzeitig nach Kanada gezogen und es hat nicht lange gedauert, bis ich mich in die Berge, die Natur und das Draußensein im Allgemeinen verliebt habe. Nach meinem längeren Aufenthalt in Kanada habe ich mich dann entschieden, nach Österreich zu ziehen, genauer gesagt nach Innsbruck. Berge, Snowboarden und Wandern direkt vor der Tür – der perfekte Ausgangspunkt, um meinen Hobbys auch im Alltag nachzugehen und schnell draußen in wunderschöner Natur zu sein. In Innsbruck habe ich dann Sport und Gesundheitstourismus studiert, was thematisch ja auch gut zu ExpeditionXplore passt. Mein Studium war jedoch eher auf den traditionellen österreichischen Ski- und Wandertourismus ausgerichtet, was dann doch nicht ganz meiner Vorstellung von Tourismus entsprach. Deswegen habe ich nach dem Studium bewusst nach meiner Form des Tourismus gesucht und dabei die anderen beiden Gründungsmitglieder kennengelernt. Jetzt bin ich Teil des Gründungsteams und Geschäftsführerin und versuche, meine Leidenschaft fürs Reisen und die Natur mit meinen beruflichen Zielen zu verbinden. Obwohl ich auf dem Papier diese Titel trage, sehe ich mich vorwiegend als Teil der Community bzw. Teammitglied unserer Core Crew. Von Marketing über Finanzen bis hin zur Tourenplanung und Expeditionsleitung bin ich in allen Bereichen involviert. Gemeinsam mit allen anderen Teammitgliedern trage ich zur Entwicklung von ExpeditionXplore strategisch und operativ bei. Ich versuche eine Art Basis und Ansprechperson für alle zu sein. Wir arbeiten alle remote und ohne feste Arbeitszeiten, dementsprechend ist es wichtig, Raum für Austausch zu schaffen. Kommunikation ist ein entscheidender Faktor in unserem Team. Deswegen haben wir jetzt freitags zum Beispiel einen regelmäßigen Termin eingeführt, sodass alle wissen, dass ich per Videocall oder Telefon erreichbar bin und wichtige Anliegen besprochen werden können.

Die Gründung hat spontan stattgefunden und der Prozess, in dem du dich dazu entschieden hast, war relativ kurz. War das eine schwere Entscheidung?

Ich würde nicht sagen, dass es eine schwere Entscheidung war. Ich vertraue dem Team und glaube an unser Projekt. Dementsprechend hat es sich recht natürlich und gut angefühlt. Dennoch ist mir bewusst, dass es eine bedeutende Entscheidung war, möglicherweise eine meiner ersten wirklich Großen. Ich habe mein Leben bisher sehr bunt gelebt und konnte mir nicht wirklich vorstellen, mich auf etwas längerfristig festzulegen. Zum ersten Mal wurde mein Horizont so weit, dass ich sagte: „Okay, ich gründe jetzt etwas, und das könnte für die nächsten Jahre einen großen Teil meines Lebensinhalts ausmachen.“ Das ist schon eine große Sache – aber gleichzeitig muss ich sagen – weil wir uns als Gründungsteam schon vorher kannten und wir einander vertrauen und ich ein sehr liebevolles und verlässliches soziales Umfeld habe, habe ich es mir zugetraut und darin eben eher eine große Chance gesehen. Wenn ich dann doch mal ein Moment mit Zweifeln hatte, habe ich mir immer gesagt, selbst wenn es nicht klappen sollte, habe ich auf jeden Fall viel gelernt, eine tolle Erfahrung gemacht und mit großartigen Menschen zusammengearbeitet. Eine Erfahrung die mein Leben auf jeden Fall bereichern wird.

Das Führungsteam setzt sich aus Martin, Lena und dir zusammen. Die weiblichen Personen sind also in der Überzahl und das in der lange männlich dominierten Outdoor-Szene. Hat Female-Leadership für dich eine besondere Bedeutung?

 

Was mir dazu als erstes einfällt: Warum gibt es eigentlich den Begriff „Female Leadership“? Da es ja den Begriff male leadership nicht gibt, scheint Leadership auf der männlichen Seite etwas „Normales’’/Gegebenes zu sein. Leider scheint eine weibliche Person in einer Führungsposition immer noch etwas Besonderes zu sein, was mit diesem Begriff auch noch betont wird. Ich bin der Meinung, es sollte generell hinterfragt werden, dass (Leadership)-Eigenschaften einem bestimmten Geschlecht zugeschrieben werden. Der Fokus sollte auf den Qualitäten an sich liegen und nicht darauf mit welchem Geschlecht sich die Person identifiziert. Ich finde wir sollten Menschen als Individuen mit Stärken und Schwächen sehen und diese Sichtweise versuche ich auch als Expeditionsleiterin einzunehmen. Als Guiding-Team sind immer zwei Expeditionsleiter*innen bei jeder Tour dabei. Da muss ich die Stärken und Schwächen im Team kennen, und das ist sehr individuell und unabhängig vom Geschlecht. Dabei ist auch ein wichtiger Punkt, sich vor allem mit den eigenen Stärken und Schwächen auseinanderzusetzen. In unserer 3er-Konstellation im Führungsteam ist das ganz ähnlich. Grundsätzlich geht es darum, dass wir uns gegenseitig ergänzen und uns hauptsächlich dort einbringen, wo unsere Stärken liegen und wir uns am wohlsten fühlen. Wenn nötig, weil zum Beispiel jemand ausfällt, versuchen wir, die Lücke vorübergehend bestmöglich zu schließen. Jedes Teammitglied trägt entscheidend dazu bei, was ExpeditionXplore ist und so soll es auch sein. Wie schon gesagt, sehe ich mich auch in der Rolle als Gründerin oder Geschäftsführerin gar nicht wirklich als Leader und bin sehr froh und dankbar darüber, dass es uns als Team gelingt, uns auf diese Weise zu organisieren und auch zu wachsen.

Du hast vorher erwähnt, du hast gezielt nach einer Form des Tourismus gesucht, die deinen Vorstellungen entspricht. Was genau meinst du damit?

 

Im Groben kann man das mit nachhaltigen Abenteuer- oder Expeditionsreisen zusammenfassen. Für mich steht beim Reisen das Erleben eines Ortes im Vordergrund. Ich hatte schon immer den Wunsch, die Orte, die ich besuche, genauer kennenzulernen. Zusätzlich ist es mir sehr wichtig, der Gemeinschaft oder der Natur vor Ort etwas zurückzugeben. Um meinen Ansprüchen gerecht zu werden, habe ich meine privaten Reisen immer mit Arbeit verbunden. Dadurch konnte ich nicht nur etwas dort lassen, sondern auch in die Welt der Menschen eintauchen, die dort ihren Alltag verbringen. Dabei ist es mir wichtig, Menschen und Natur mit Respekt und auf Augenhöhe zu begegnen. Auf meinen Reisen habe ich vieles gesehen, was mich zum Nachdenken angeregt hat. Im Yosemite Nationalpark liegt beispielsweise überall Müll in der Landschaft, obwohl die Infrastruktur zur Müllentsorgung besteht. Mein Anspruch an mich selbst ist es, den Ort so zu verlassen, wie ich ihn vorgefunden habe, wenn möglich sogar ein wenig besser. Naturnaher Tourismus ist für mich ein wichtiges Stichwort; Massentourismus und All-Inclusive-Angebote sind nicht wirklich mein Ding. Ich möchte entdecken, habe einen Drang, etwas zu erleben, und lasse mich auf Abenteuer ein, bei denen ich nicht genau weiß, was kommt. Ich nehme die Dinge, wie sie kommen, und das macht die Reise für mich zu einer wirklichen Erfahrung.

Bei ExpeditionXplore übernimmt die Aufgabe des „etwas dort zu lassen“ unser Expeditionsziel. Die meisten unserer Reisen sind mit einem übergeordneten Ziel verbunden, um entweder der Community oder der Natur vor Ort etwas zurückzugeben. Durch die Arbeit mit und für die lokale Community ist es uns wiederum möglich, einen Einblick in den Alltag der Einheimischen zu gewinnen, der im herkömmlichen Tourismus oft nicht möglich ist. Selbstverständlich lernt man in dieser kurzen Zeit nur ansatzweise, was das Leben in diesem Land oder einer lokalen Gemeinschaft bedeutet. Aber ich finde es ist ein Weg, Menschen und verschiedene Lebensrealitäten zu vernetzen und sich das auch wieder in die Heimat mitzunehmen und sein eigenes Verhalten im Alltag zu reflektieren.

Woher nimmst du die Sicherheit, diese Verantwortung zu übernehmen und woher hast du die nötigen Skills?

Ich bereite mich gründlich vor, um angemessen auf Herausforderungen vor Ort reagieren zu können. Vor jeder Reise führen wir eine umfassende Risikoanalyse durch, um mögliche Gefahren einzuschätzen. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen kann man Risiken nie vollständig ausschließen – das ist mir bewusst. Sicherheit auf Expeditionen oder im Outdoor-Bereich ist nie zu 100% garantiert, und das gehört einfach dazu. Ich akzeptiere, dass die Natur mächtiger ist als ich und dass ich mit Unsicherheit umgehen kann, wenn ich das akzeptiere. Ich halte agiles Handeln im Outdoor-Bereich für eine entscheidende Kompetenz. Jede Situation erfordert flexibles Handeln. Ich finde, manchmal scheint es einfacher in der Natur für Sicherheit zu sorgen als im Alltag. Eigentlich gibt es nur ein paar wichtige Dinge zu beachten: du musst warm und möglichst trocken sein, Essen und Trinken haben und dich nicht verletzen. Für die Sicherheit nach außen, also quasi, um meinen Skills einen Stempel aufzusetzen, habe ich eine Ausbildung zur Bergwanderführerin absolviert, die hier in Österreich staatlich anerkannt ist. Am meisten lernt man als Guide jedoch durch Erfahrung. Einen Kompass zu benutzen ist auf dem Papier schön und gut, aber in der Praxis den Weg zum Camp zu finden, erfordert mehr. Die Ausbildung stärkte aber durchaus meine persönliche Sicherheit und Themen wie Erste Hilfe, Wetter- und Geländekunde sind lebenslanges Lernen für mich. Im Outdoor-Bereich gibt es kein fest definiertes „Können“, daher werden Expeditionen nie langweilig. Man lernt immer Neues. Da die Alpen definitiv mein Lieblingslebensraum sind, kann ich mir gut vorstellen, dass wir mit ExpeditionXplore in naher Zukunft, einmal im Jahr in Österreich etwas unternehmen. Vielleicht organisieren wir sogar ein Communitytreffen in den Bergen.

Deine Topdestination, wo magst du gerne mal hin?

Das ist eine fiese Frage für jemanden, der in der Reisebranche tätig ist. Für mich persönlich ist es so: Ich glaube, es gibt einfach immer etwas zu entdecken und ich möchte, dass das so bleibt. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie es wäre, wenn es auf einmal nichts mehr zu entdecken gibt. Ich glaube aber, es gibt für einige Ziele die ‘’richtige’’ Zeit. Ein Wunschziel von mir ist zum Beispiel Indien. Der Moment, in dem ich mich wirklich dazu bereit fühle dort hinzureisen war noch nicht da. Eine Reise nach Indien stellt für mich eine neue Art der Konfrontation dar. Land, Menschen und Kulturen kennenlernen zu dürfen und mich auf möglichst viele Eindrücke unvoreingenommen einzulassen, wäre auch hier das Ziel. Georgien ist ein weiteres Ziel von mir – eigentlich alles, wo es Berge gibt. In Südamerika war ich zum Beispiel auch noch gar nicht, und allein dort gibt es so unfassbar viel zu entdecken.

Manuela

Communitymitglied