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Heute mit Andy

Andy ist einer der Menschen, die hinter der Kamera dafür sorgen, dass Expeditionen lebendig bleiben – in Bildern, Erinnerungen und Geschichten. Im Gespräch erzählt er, was ihn an der Expeditionsfotografie fasziniert, warum Innsbruck für ihn der perfekte Ort zum Leben ist und welcher unglaubliche Zufall ihm auf Island passiert ist.

Servus, Andy! Schön, dass du da bist.
Wir freuen uns, dass wir dich heute ein bisschen besser kennenlernen dürfen – und natürlich besonders, dass du uns Einblicke in deine Arbeit gibst. Ich starte gleich mit einer etwas schwierigen, aber spannenden Frage:
Was begeistert dich am meisten am Fotografieren auf unseren Expeditionen?
Ich würde sagen, am meisten begeistert mich die Herausforderung. Auf Expeditionen kommen ja neben dem Fotografieren auch viele körperliche und mentale Herausforderungen dazu – die Tour selbst zu schaffen, und gleichzeitig seinem eigenen Anspruch als Fotograf gerecht zu werden und die schönsten Erinnerungen einzufangen.
Man muss oft einen Schritt voraus sein, um die besten Perspektiven und schönsten Blickwinkel zu finden. Das ist körperlich anstrengend, aber genau das macht es für mich auch so besonders. Wenn man dann nach Hause kommt, hat man Fotos im Gepäck, die mit ganz persönlichen Erinnerungen verbunden sind – Bilder, die im Kopf lebendig bleiben.
Und natürlich freut es mich immer riesig, wenn ich den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ihre eigenen Erinnerungen festhalten und ihnen etwas mitgeben kann – von einer Reise, auf der ja auch oft sie an ihre Grenzen gehen.
Das unterscheidet die Expeditionsfotografie sehr von anderen Aufträgen – sie ist intensiver, fordernder, aber auch viel erfüllender.
Du bist auch in deinem Hauptjob, neben ExpeditionXplore als Fotograf tätig. Was machst du da genau?
Genau – ich bin seit etwa zwei Jahren hauptberuflich Fotograf, und das erfüllt mich wirklich sehr.
Fotografie war lange nur ein Hobby, das ich neben dem Studium gemacht habe. Durch ExpeditionXplore habe ich dann gemerkt, dass ich das eigentlich beruflich machen möchte.
Jetzt arbeite ich beim Tourismusverband Seefeld – Vollzeit – und darf dort die gesamte Bandbreite der Fotografie und Videografie abdecken. Das macht meinen Job unglaublich abwechslungsreich: von Wander- und Radaufnahmen bis hin zu Wintersport wie Skifahren und Langlaufen. Dazu kommen Events, Essensfotografie, Hütten, Infrastruktur – aber auch viel Natur und Landschaft.
Diese Vielfalt liebe ich an meinem Beruf. Es vergeht kaum ein Tag, an dem ich nicht dankbar bin, dass ich das tun darf, was ich liebe. Es ist ein großes Privileg seine Leidenschaft zum Beruf gemacht zu haben.
Hand aufs Herz. Wird es dir manchmal zu viel von der Kamera? Gehst du auch ohne Kamera in die Berge oder ist sie immer an deiner Seite?
(lacht) Gute Frage.
Mittlerweile mache ich das ganz bewusst – und ich gehe auch ohne Kamera los. Die Fotografie nimmt schon sehr viel Raum in meinem Leben ein, und manchmal genieße ich es einfach, draußen zu sein, ohne ständig durch den Sucher zu schauen.
Manchmal nehme ich nur eine kleine, leichte Kamera mit – einfach, weil’s Spaß macht, ohne den Anspruch, perfekte Bilder zu machen.
Aber ja, oft gehe ich inzwischen auch komplett ohne Kamera los. Dann kann ich mich ganz auf die Natur einlassen und wirklich genießen, ohne ständig auf der Jagd nach dem nächsten Motiv zu sein.

Bei Xplore stehst du nicht nur hinter der Kamera, sondern kümmerst dich auch um die Werbung auf unseren Social Media Konten. Wie kam es dazu und was genau machst du da?

 

Das hat sich eigentlich ganz zufällig ergeben – die Aufgabe wurde damals frei, und ich durfte sie übernehmen. Ich hatte schon ein bisschen Erfahrung im Marketing, weil ich Tourismus studiert habe und mich das Thema Werbung im Tourismus immer interessiert hat.
Ich kümmere mich hauptsächlich um die Social-Media-Werbung – also Kampagnen aufsetzen, Zielgruppen definieren, analysieren, was gut funktioniert und was nicht, und die Kampagnen laufend optimieren.
Gemeinsam mit dem Team entwickeln wir Ideen, Bilder und Texte für die Werbung. Ich bin eher auf der organisatorischen Seite, während andere aus dem Team sich kreativ austoben – das funktioniert richtig gut.
Du lebst auch in Innsbruck und bist vor vielen Jahren von Freiburg hierhergezogen. Was reizt dich an der Stadt?
Das war eigentlich Zufall. Ich war damals mit Freunden in Südtirol unterwegs, dann kam ein Unwetter, und wir sind kurzerhand nach Innsbruck geflüchtet. Ich kannte die Stadt vorher kaum – aber als ich hier ankam, war ich sofort begeistert.
Die Berge rundherum, die Atmosphäre, die Größe der Stadt – alles hat gepasst. Ich hab dann geschaut, was man hier studieren kann, und bin beim Tourismusmanagement gelandet.
Innsbruck ist eine wunderschöne, junge Stadt mit so viel Natur direkt vor der Tür.
Man entdeckt ständig neue Orte – ich war zum Beispiel noch nie an dem Platz, an dem wir heute sind, dem Wilden Kaiser. Man kann hier wirklich ein Leben lang wohnen und findet immer wieder Neues.
Dieser Ausgleich zwischen Arbeit und Zeit in der Natur ist unbezahlbar. In einer Großstadt könnte ich mir das gar nicht mehr vorstellen.
Ich würde sogar sagen: Innsbruck ist eine der schönsten Städte der Welt.
Welche Expedition von uns ist dir bisher am besten in Erinnerung geblieben? Und warum?
Da fällt mir sofort Island ein.
Das war eine der schönsten Expeditionen überhaupt – landschaftlich einfach atemberaubend. Ich wollte schon immer nach Island, auch fotografisch war das natürlich ein Traum.
Da gab’s einen Moment, der mir besonders geblieben ist:
Wir sind in den Norden der Insel geflogen, und am Flughafen hab ich zufällig die Frau eines Fotografen gesehen, den ich schon ewig bewundere – Chris Burkard.
Ich war total aufgeregt – so ein kleiner Fanboy-Moment.
Später auf der Tour sind wir an einen Ort gekommen, wo tatsächlich ein kleines Filmfestival stattfand – mitten im Nirgendwo! Offiziell das abgelegenste Filmfestival der Welt.
Dort lief dann der Film Under an Arctic Sky von Chris Burkard, vorgestellt von seiner Frau. Ich konnte mit ihr sprechen und ihr erzählen, wie inspirierend ich die Arbeit ihres Mannes finde.
Das war ein total surrealer Moment – so ein Zufall, der einfach perfekt in diese magische Islandreise gepasst hat.
Zum Abschluss interessiert uns natürlich, wo du als nächste hingehst und was dich an dieser Reise reizt?
Ich darf mit dir, Martin, nach Kenia reisen – darauf freue ich mich riesig!
Ich habe eine enge Verbindung zu Afrika, war schon in Uganda und Tansania, habe dort Praktika und Filmprojekte gemacht. Die Kultur, die Menschen, die Natur – das alles fasziniert mich total.
Die Kenia-Expedition wird sicher spannend – mit der Besteigung des Mount Kenya, fast 5.000 Meter hoch. Ich wollte eigentlich immer mal auf den Kilimandscharo, aber der ist inzwischen so touristisch geworden.
Deshalb freue ich mich umso mehr auf diese Alternative – eine Mischung aus Kultur, Projektarbeit, Natur und Bergsteigen.

 

Ich hab richtig Bock drauf!

Martin Kaiser

Gründer & Expeditionsleiter