Mongolei - Der wilde Westen

Unberührte Natur und kulturelle Schätze im wilden Westen der Mongolei

Der Westen der Mongolei gehört zu den wenigen Regionen unseres Planeten, die noch abseits der gängigen touristischen Hotspots liegen. Die beträchtliche Entfernung von der mongolischen Hauptstadt Ulaanbaatar – über 1000 Kilometer – sorgt dafür, dass die großen Touristenströme sich eher in besser erreichbaren Gebieten wie der Gobi-Wüste, dem Khövsgöl-See im Norden des Landes und dem Terelj-Nationalpark in der Nähe von Ulaanbaatar ansammeln. Nimmt man die etwas längere Anreise jedoch auf sich, offenbart diese abgelegene Region eine Fülle an Abenteuern und Entdeckungen.

Der wilde Westen der Mongolei bietet ein faszinierendes Mosaik aus unberührter Natur und kultureller Vielfalt. Die Landschaft der westlichen Mongolei ist von majestätischen Gebirgen, endlosen Steppen, weiten Dünen und großflächigen Seen geprägt, wie dem Uws Nuur, der sich über eine Fläche von etwa 3350 km² erstreckt und somit der größte See der Mongolei ist. Einige kleine Abschnitte dieses Salzsees gehören zur autonomen Republik Tuwa in Russland. Im Jahr 2003 wurde das Biosphärenreservat Uws-Nuur-Becken in die UNESCO-Weltnaturerbe-Liste aufgenommen.

Bereiche wie das Altai-Gebirge und der Tavan Bogd Nationalpark bieten nicht nur eine spektakuläre Kulisse für abenteuerliche Expeditionen, sondern auch ein unvergleichliches Terrain für Trekking-Enthusiasten. Wanderungen durch entlegene Bergpfade und tiefe Täler versprechen atemberaubende Ausblicke auf die mystischen Landschaften.

Der Westen der Mongolei beeindruckt nicht nur durch seine natürliche Schönheit, sondern birgt auch eine reiche Vielfalt an kulturellen Schätzen. In dieser Region kommen unterschiedlichste Sprachen, gelebte Religionen und Völker zusammen. Moslemische Kasachen, die kleine Minderheit der Tuwiner, vereinzelte Khalkha Mongolen und weitere Volksgruppen, sind Teil dieser faszinierenden Vielfalt, die den Westen der Mongolei prägt. Die Kasachen, berühmt für ihre Tradition der Adlerjagd, führen ein nomadisches Leben, das tief in der Viehzucht und traditioneller Handwerkskunst verwurzelt ist.

Unsere Mongolei Expedition

Für unsere Expeditionen in die Mongolei führt uns der Weg in den entlegensten Westen des Landes, genauer gesagt in die Region Ölgii. Die Abgeschiedenheit bedeutet nicht nur unberührte Natur, sondern auch oft vernachlässigte Bedürfnisse der dort lebenden Menschen. Da uns der Purpose unserer Expeditionen sehr am Herzen liegt, haben wir beschlossen, vor Ort tatkräftig mit anzupacken. In Ulaankhus, einer kleinen Provinz nahe der Stadt Ölgii, werden wir ein Gewächshaus errichten. Dieses soll den harten Wintern standhalten und die Anbausaison für Gemüse verlängern, da aufgrund der kurzen Sommerzeit der Anbauzeitraum begrenzt ist. Als Belohnung für unsere Arbeit erwartet uns eine ganz besondere Tour mit einem örtlichen Guide, die uns auf ein unvergessliches Trekking-Abenteuer vom Malchin Peak an der russischen Grenze bis zum Khoton-See nahe der chinesischen Grenze führt.

Kultur und Khoomei

Ein weiteres Highlight der westlichen Mongolei sind die lokalen kulturelle Praktiken wie der Kehlkopfgesang, bekannt als „Khoomei“. Diese Gesangstechnik ermöglicht es, mehrere Töne simultan zu erzeugen, indem spezielle Atem- und Stimmtechniken angewendet werden. „Khoomei“ variiert in Stilen, die von verschiedenen mongolischen Ethnien gepflegt werden und Landschaften sowie Tiergeräusche nachahmen können. Diese Kunst erfordert jahrelange Hingabe und Übung, um sie meisterhaft zu beherrschen. Als integraler Bestandteil der Kultur wird „Khoomei“ bei Feierlichkeiten, Festen und Ritualen eingesetzt, wobei seine Klänge die tiefe Verbindung der Mongolen zur Natur und ihrer reichen Geschichte.

Zusätzlich zu dieser kulturellen Vielfalt beherbergt die Westmongolei historische Schätze wie die Petroglyphen in der Baga Oigor-Höhle und alte Grabstätten, die Einblicke in die frühe Zivilisation und die faszinierende Geschichte dieser Region gewähren. Dieser reiche kulturelle Hintergrund verschmilzt mit der atemberaubendem Naturkulisse und schafft eine einzigartige Atmosphäre für Abenteuerreisen.

Die Alteisprachen

Die Westmongolei zieht auch Forscher und Geschichtsinteressierte an, da sie als Geburtsort der Altaisprachen gilt. Diese Sprachfamilie umfasst verschiedene asiatische Sprachen wie Türkisch, Mongolisch, Tungusisch, Koreanisch und Japanisch. Diese linguistische Vielfalt spiegelt sich in der Geschichte und Kultur der Region wider und macht sie zu einem Ort von großer historischer Bedeutung.

Aber nicht nur Forscher und Geschichtsinteressierte kommen im Westen der Mongolei auf ihre Kosten. Auch für Abenteuerreisende bietet die Region eine facettenreiche Kulisse. Wenn du mehr über unsere Mongolei-Expeditionen erfahren möchtest, schau vorbei, lass dich inspirieren, und vielleicht sehen wir uns bald beim Bau des Gewächshauses und beim anschließenden Trekking-Abenteuer im Herzen der majestätischen Gebirge und endlosen Steppen, ganz am Rande der westlichen Mongolei.

Eva

Communitymitglied und Teilnehmerin