Rückblick: Sokotra Trekking Expedition 2025

Durchquerung der Insel und Hilfe für die Drachenblutbäume

Im November 2025 durchquerten wir auf unserer Sokotra Trekking Expedition die Insel zweimal zu Fuß. Wir trugen zum Schutz der besonderen Drachenblutbäume bei und teilen nun wunderschöne Erinnerungen mit dieser außergewöhnlichen Insel.

Unser Abenteuer begann auf der Nord-Ost Seite von Sokotra. Nach einem kurzen Stopp in Hadibu, um Einkäufe zu erledigen und das Material für unser Drachenblutbaum-Projekt zu organisieren, machten wir uns auf den Weg an die Küste. Direkt am Strand bauten wir unser erstes Camp auf und lernten uns als Expeditionsteam kennen. Dominik begleitete die Reise als Fotograf, ich als Expeditionsleiter. Mit Fabian hatten wir einen erfahrenen Mitstreiter im Team. Jan-Peter, Anna, Kevin, Patrick und Sarah machten unsere Crew komplett.

Noch in der ersten Nacht begrüßte uns die Insel mit einem kurzen, aber heftigen Regenschauer. „Willkommen auf der Insel, auf der alles möglich ist!“ schien sie zu rufen. Zur Eingewöhnung erkundeten wir am ersten Tag die Hoq-Cave und besuchten den Schnorchel-Spot Dihamri. Mit der nächsten Nacht am Strand – diesmal ohne Regen – tauchten wir ein in die Welt auf Sokotra.

Am nächsten Tag startete unsere erste Durchquerung der Insel – von Nord nach Süd. Über den Homhil Infinity Pool, mit einem kurzen Sprung ins Wasser, setzten wir unsere Wanderung über eine steile Felsenkante, eine lange Hochebene und mehrere kleine Dörfer fort, bevor wir unser Camp in der Nähe einer Schule aufschlugen. Am Abend besuchte uns Salem, unser lokaler Partner, im Camp. Am nächsten Tag begleitete unser lokaler Guide Achmed uns auf dem weiteren Weg.
Im Süden angekommen schlugen wir unser Lager am Fuß eines Canyons auf, der uns am nächsten Tag nach Dixim führen sollte. Soweit wir wissen gibt es außer uns kaum andere Menschen, die hier ihr Camp aufschlagen. Umso spannender war die Tierwelt rund um unsere Zelte. Schlangen, Spinnen, Vögel, Skorpione und vieles mehr konnten wir im Schein unserer Stirnlampen beobachten. Für unsere Crew ein echtes Highlight.
Auch der nächste Tag sollte besonders werden. Der Aufstieg durch den Canyon nach Dixim begann mit einem mulmigen Gefühl – dunkle Wolken ließen uns kurz an eine mögliche Sturzflut denken. Doch der Regen blieb aus und wir konnten uns ganz auf die faszinierende Landschaft konzentrieren. „Wir sind nun fünf Tage unterwegs und jeder Tag hat bisher den anderen übertroffen – heute ist schon wieder ein neuer Highlight-Tag“, kommentierte Patrick unsere Wanderung.
Über große Felsblöcke, durch ausgehöhlte Steine und über steinige Passagen erreichten wir schließlich Dixim – einst ein Ort mit vielen Drachenblutbäumen. Durch starke Winde, menschliche Eingriffe und vor allem durch Ziegen sind diese heute deutlich seltener geworden.

Die Familie Kebeanni kümmert sich seit Jahren um ein ehemaliges Forschungsprojekt einer tschechischen Universität. Drachenblutbäume wachsen extrem langsam – etwa drei Zentimeter pro Jahr. Nach zwanzig Jahren Aufzucht sind viele Pflanzen gerade einmal fünfzig Zentimeter hoch, manche zeigen erst ihre ersten Blätter. Ziegen fressen die jungen Pflanzen, weshalb ein schützender Zaun nötig ist. Genau diesen Zaun bauten wir gemeinsam auf und schufen damit einen kleinen, aber wichtigen Schutzraum für die nächste Generation dieser besonderen Bäume.

Am nächsten Tag setzten wir unsere zweite Durchquerung fort – diesmal von Süd nach Nord. Auf dem Weg zum höchsten Punkt der Insel stoppten wir zunächst im Drachenblutbaumwald von Firmhin. Später schlugen wir unser Camp bei einem Einwohner auf dem Hochplateau auf, bevor wir am folgenden Tag den höchsten Punkt der Insel erreichten: Skant.
Umgeben von Drachenblutbäumen, schnell ziehenden Wolken und unseren lokalen Begleitern erlebten wir dort einen Ort, der magisch, mystisch und unglaublich bereichernd ist. Ein Ort, den ich persönlich nie vergessen werde und auf den ich mich bereits im Vorfeld gefreut habe ein zweites Mal erleben zu dürfen.
Der Abstieg über Ayheft ging relativ schnell. Wieder durchquerten wir mehrere Klimazonen und hatten an nur einem Tag drei völlig unterschiedliche Landschaften unter unseren Füßen. Im Tal angekommen holte uns ein Jeep ab und brachte uns nach Qualansia an die Küste. Ein Sprung ins kalte Wasser, ein Bootsausflug und ein Besuch beim Cave-Man rundeten unser Sokotra-Erlebnis ab.
Ich verspüre eine tiefe Dankbarkeit, dass ich all das sehen durfte. Immer wieder fasziniert mich die Gastfreundschaft der Menschen auf der Insel. Mit unserem Einsatz konnten wir zumindest einen kleinen Teil dieses sensiblen Ökosystems schützen.
Über die Sicherheit auf der Insel mache ich mir keine Sorgen – zu friedlich, offen und gut strukturiert wirkt die Gemeinschaft der Sokotri auf mich. Nur Einflüsse von außen könnten dieses Paradies stören.
Ich wünsche der Insel nur das Beste und sende einen herzlichen Gruß nach Sokotra.

Martin Kaiser

Gründer & Expeditionsleiter