Rückblick: Kenia Expedition 2026

Drei Etappen. Ein Land. Viele Eindrücke.

Kenia hat uns gleich zu Beginn des Jahres 2026 gefordert – und beschenkt. Zwischen intensiven Tierbegegnungen in der Savanne, gemeinsamen Projekttagen nahe des Viktoriasees und der körperlichen Herausforderung am Mount Kenya entstand eine Expedition voller Kontraste. Eine Reise, die nicht nur durch Landschaften führte, sondern durch Begegnungen, Anstrengung und unvergessliche Momente.

Dieser Rückblick erzählt von dem, was bleibt, wenn Staub, Kälte und Höhe vergangen sind – und warum Kenia mehr ist als ein Reiseziel.

Unser Start in das Jahr 2026 hätte kaum besser laufen können. Gemeinsam mit unserer hochmotivierten Expeditions-Crew sind wir am 03.01.2026 in Nairobi gelandet. Wir hatten viel vor.
Der erste Teil unserer Reise führte uns in den Masai Mara National Reserve. Gemeinsam mit unserem Fahrer Joseph erlebten wir atemberaubende Tierbeobachtungen und schafften es tatsächlich, neben vielen anderen Tieren, alle drei großen Katzen in freier Wildbahn zu sehen. Auch wenn ich bereits viele dieser Begegnungen erleben durfte, bleibt es jedes Mal eine besondere Faszination – intensiv, ehrfürchtig und unglaublich bereichernd.
Nach dieser erfolgreichen Zeit im Nationalpark richteten wir unseren Blick auf den zweiten Teil unserer Expedition: den Aufbau einer Semi-Hydroponik-Anlage nahe Kisumu. Am Victoriasee angekommen, schlugen wir unsere Zelte auf der Farm von Eddy auf. Eddy ist Landwirt aus Katito, den ich bereits vor einigen Jahren persönlich kennenlernen durfte. Mit der Organisation Thriving Green testet er neue Landwirtschaftsformen in Kenia – darunter auch Hydroponik, der Anbau von Nutzpflanzen im Wasser.
Wir packten alle fleißig mit an und kamen gut voran. Kleine Details und unerwartete Herausforderungen erschwerten das Weiterarbeiten immer wieder, doch am Ende der drei Tage konnten wir mehrere Jungpflanzen in ihre neue Umgebung einsetzen. Danke für diese familiäre Zeit auf der Farm, für das unglaublich schmackhafte Essen und für den ehrlichen Einblick in euren kenianischen Alltag.
Nach einer kurzen Feiernacht in Kisumu begann der dritte und letzte Teil unserer Expedition durch das ostafrikanische Land. Diesmal forderte uns der zweithöchste Berg des Kontinents heraus: der Mount Kenya. Mit über 5.000 Metern Höhe beeindruckt er mit vulkanischem Gestein, tiefen Tälern und spiegelnden Seenlandschaften. Vier Tage sollte unser Aufstieg zum Point Lenana dauern – vier Tage voller Anstrengung, schwerem Gepäck und kalter Nächte. Mit jedem Schritt wurde die Luft dünner, die Kälte spürbarer. Kalte Finger, dicke Jacken und gefrorene Wasserflaschen gehörten bald zur Normalität. Langsam, um uns an die Höhe zu gewöhnen, kämpften wir uns nach oben. David, unser lokaler Begleiter, war dabei immer an unserer Seite.
Der Gipfeltag begann früh. Um 2.00 Uhr nachts machten wir uns auf den Weg für die letzten 800 Höhenmeter. Pünktlich zum Sonnenaufgang erreichten wir den Gipfel nicht – das Gepäck war zu schwer, der Weg zu steinig und die Luft zu dünn. Doch jeder von uns hatte seinen eigenen Gipfelmoment. Erschöpft, aber glücklich standen wir dem aufgehenden roten Ball gegenüber – auf dem Dach von Kenia.
Der Abstieg dauerte zwei Tage. Kopfschmerzen verschwanden, die Temperaturen wurden wieder wärmer. Vom letzten Camp aus blickten wir noch einmal zurück auf den Berg – ein stiller, zufriedener Abschluss nach den Strapazen der vergangenen Tage.
Ein Highlight wartete allerdings noch auf uns. Bereits zu Hause hatte sich Christoph einen Plan gemacht – und setzte ihn nun in Kenia um. Vor unser aller Augen fragte er die Liebe seines Lebens, Marlene, nach ihrer Hand. Sie überlegte nicht lange. Wir freuen uns sehr auf die Hochzeit und wünschen den beiden von Herzen alles Gute.
Zurück in Nairobi hieß es Abschied nehmen. Vom wilden, bunten Treiben der Stadt, vom positiven Lebensgefühl der Menschen und von den neu gewonnenen Freunden. Gemeinsam haben wir viel erlebt und geschaffen. Die Hydroponik-Anlage wird noch lange von unserem Einsatz erzählen – und hoffentlich bald frisches Gemüse auf die Märkte in Katito und darüber hinaus bringen.
Wir blicken zurück auf eine körperliche Herausforderung am Mount Kenya, auf Landschaften, die bleiben, auf eine Verlobung, die hoffentlich für immer hält, und auf eine gemeinsame Zeit, die ich nicht missen möchte.
Vielen Dank an unsere Expeditions-Crew, an Joseph, Eddy und David.
Vielen Dank, Kenia, für diese unvergessliche Expedition.
Wir sehen uns wieder.

Martin Kaiser

Gründer & Expeditionsleiter